Verfasst am 22.03.2024 um 11:13 Uhr

Verein „Brandbrief“ stellt tausende Ehrenämtler unter Generalverdacht?    

Gastbeitrag von Gert Schoppa zum „Gartenzwerge-Krimi“    

Im Zusammenhang mit den Vorwürfen der Veruntreuung von Pachten, Beiträgen und anderen Geldleistungen der Kleingärtnerinnen und Kleingärtner durch einzelne ehemalige Funktionsträger des Bezirksverbandes Pankow in der Zeit bis Anfang 2023 berichteten in den vergangenen Tagen mehrere Berliner Medien über die „Aufklärungsarbeit“ des Vereins „Brandbrief“. In dieser Berichterstattung wird durch dessen Vereinsvorsitzenden der Eindruck erweckt, dass Betrug, Korruption und Veruntreuung zum Geschäftsmodell des gesamten Kleingartenwesens in Deutschland gehören würden.


Dem muss mit aller Deutlichkeit und mit Nachdruck widersprochen werden. Tausende Männer und Frauen sind in den Organisationen des Berliner Kleingartenwesens aufopferungsvoll und mit großer Hingabe ehrenamtlich tätig, um die Selbstverwaltung der rund 70.000 Kleingärten in der Stadt zu ermöglichen. Diesen Vertreterinnen und Vertretern von etwa 800 Vereinen gehört Dank und große gesellschaftliche Anerkennung. Durch ihre Freizeitarbeit und das Engagement können die Vereine ihre soziale Funktion erfüllen und ermöglichen so, dass auch sozial benachteiligte Menschen zu einem kleinen Preis das Gärtnern in der Stadt und die Erholung in einem Kleingarten ermöglicht wird. Die Kleingartenvereine sind Teil eines großen gesellschaftlichen Netzwerkes, welches die gesamte Stadtgesellschaft friedlich zusammenhält.


Kontrolle ist wichtig und selbstverständlich

Es ist natürlich gut und richtig und selbstverständlich, wenn überall in der Gesellschaft, auch im Kleingartenwesen, darauf geachtet wird, dass keine individuelle Vorteilnahme, Bestechung und kriminellen Handlungen möglich sind und Vorkehrungen dagegen getroffen werden. Dafür tritt der gesamte Landesverband mit seinen Mitgliedern ein. Diese Kontrolle wird in den Vereinen durch die Mitglieder und die gewählten Kontrollorgane in der Regel auch vorbildlich wahrgenommen. Eine solche Kontrolle bedarf der aktiven Mitwirkung aller Vereinsmitglieder.


Eingriffe in die Privatsphäre

Es ist deshalb befremdlich, wenn die Ereignisse im Bezirksverband Pankow permanent zum Anlass genommen werden, alle deutschen Kleingartenvereine und Kleingartenfunktionäre unter Generalverdacht für Unregelmäßigkeiten zu stellen. Es ist auch befremdlich und nicht zu akzeptieren, dass mittlerweile in die Privatsphäre von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bezirksverbandes der Gartenfreunde Pankow durch Vertreter des Vereins „Brandbrief“ eingegriffen wird.


Es geht Ihnen nicht um Verbesserung

Es scheint deren Wortführern nicht um eine Verbesserung des Kleingartenwesens, sondern um seine Vernichtung zu gehen. Anders sind die öffentlichen Äußerungen, insbesondere in den sozialen Netzwerken, nicht zu verstehen.

Der Landesverband selbst veröffentlicht seine Jahresberichte bereits seit 2012 auf seiner Website und hat mit seiner Finanzordnung und in seiner Satzung umfängliche Compliance-Regelungen getroffen. Grundsätzlich geben auch die Bezirksverbände den Mitgliedern die Möglichkeit in alle finanziellen Vorgänge Einsicht zu nehmen.


Der Landesverband Berlin der Gartenfreunde e.V. wird auch weiterhin alle Maßnahmen unterstützen, die eine Sanierung des Bezirksverbandes der Gartenfreunde Pankow ermöglichen. Denn nur so würde aus heutiger Sicht des Landesverbandes die größtmögliche Sicherheit für den Fortbestand der Pachtverträge für die Pankower Kleingärtnerinnen und Kleingärtner geschaffen werden können.


Gert Schoppa, Präsident des Landesverband Berlin der Gartenfreunde e. V.