Tipps für den Garten
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Verfasst am 29.09.2022 um 10:17 Uhr

Biodiversität fördern    

Ein Mehrwert für unsere Kleingärten    

Der Begriff Biodiversität bzw. biologische Vielfalt umfasst drei Aspekte: 


1. Die biologische Vielfalt  

2. Schutz der Natur  

3. Nachhaltige Nutzung unserer Natur  


Des Weiteren sind aber auch Umweltschutzaspekte von Bedeutung: Stoffkreisläufe, klares Wasser und saubere Luft, die Produktion von Nahrungsmitteln, die Anpassungsfähigkeit an veränderte Umweltbedingungen, die menschliche Erholung in der Natur, all dies beruht auf der biologischen Vielfalt. Für unser Überleben müssen wir also die biologische Vielfalt nutzen und sie gleichzeitig schützen.


Schutz der Natur

Die biologische Vielfalt dauerhaft zu erhalten und nur im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit zu nutzen kann nur gelingen, wenn alle Akteure in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft dieses Thema zu ihrer eigenen Sache machen. Die Bundesregierung hat deshalb 2007 eine Strategie zur biologischen Vielfalt verabschiedet, die alle Sektoren in die Pflicht nimmt – so auch den Umweltschutz, denn viele Ursachen für den weltweiten Verlust der biologischen Vielfalt stehen im engen Zusammenhang mit den Arbeitsfeldern des klassischen Umweltschutzes.


Biologische Vielfalt stellt einerseits eine der wichtigsten Grundlagen unseres Lebens dar. Andererseits üben wir einen starken – teils fördernden, teils zerstörerischen – Einfluss auf die biologische Vielfalt aus. Im Jahr 2005 legte die UN die bisher umfangreichste Studie zum weltweiten Zustand und Wandel der Ökosysteme vor („Millennium Ecosystem Assessment“).


Viele Kleingärten bieten heimischen Pflanzen- und Tierarten einen wichtigen Lebensraum und sind daher auch von großer Bedeutung für den Erhalt der biologischen Viel -falt. Dem Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt in urbanen Räumen sollte eine größere Bedeutung beigemessen werden. Der hohe Stellenwert, den der Schutz der biologischen Vielfalt genießt, wird durch das internationale Biodiversitätsabkommen von 1992 oder die deutsche Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt unterstrichen. Auch im Hinblick auf die Gesunderhaltung urbanen Grüns spielt die Biodiversität eine große Rolle.


Insekten fördern

Mit einer geeigneten und vielfältigen Pflanzenwahl sowie einer gezielten Förderung von Nützlingen kann z.B. der Anfälligkeit gegenüber Schädlingen entgegengewirkt werden. Um Insekten im Garten etwas zu bieten, ist es sinnvoll geeignete Nahrungspflanzen im Garten oder im Rahmengrün anzupflanzen.


Es sollten blütenreiche Wildpflanzen wie Schlüsselblumen, Malven, Staudensalbei, Taubnesseln, Staudenwicken, Thymian, Glockenblumen, Lungenkraut, Fetthenne, Blaukissen, Gold-Schafgarbe, Zierlauch-Arten, Wildrosen, Berberitzen, Beerenobst und vieles mehr den Insekten für die Nahrung zu Verfügung gestellt werden.


Nahrungsangebot für Wildbienen und andere Insekten

Winter/Frühling
Sommer
Herbst
Winterlinge
Schafgrabe
Borretsch
Krokus
Katzenminze
Salbei
Schneeglöckchen
Ehrenpreis
Natternkopf
Weide
Dost
Mönchspfeffer
Schneeball
Wildrose
Gewürzstrauch
Kornelkirsche
Malve
Steinklee
Obst
Mauerpfeffer
Eibisch
Mahonie
Ehrenpreis
Efeu
Löwenzahn
Sonnenhut
Schneebeere
Schneeheide
Lavendel
Bartblumen
Kuhschelle
Ysop
Fingerstrauch


Doch nicht nur die richtigen Pflanzen sind für die einheimische Fauna wichtig, sondern auch Versteck- und Überwinterungsmöglichkeiten für die Insekten.

Insekten sind für eine natürliche Schädlingsbekämpfung und für die Bestäubung der Pflanzen unersetzbar. Wir können zusätzlich durch gezielte Förderung, zum Beispiel durch das Aufstellen von „Insektenhotels“, Wildbienen, verschiedenen Wespenarten, Schwebfliegen, Ohrwürmer, Florfliegen und vieles mehr in die Gärten locken. Wichtig ist, dass die Insekten genügend und langfristig (vom Frühjahr bis in den Herbst) Nahrung finden können. Durch die Anpflanzung von blühenden Pflanzen in Form von Wildblumenwiesen, Stauden und Blühgehölzen, Sommerblumen und vielem mehr wird reichlich Nektar und Pollen bereitgehalten.


Praktische Tipps

  • Nachfolgend ein paar praktische Tipps, wie Sie die Artenvielfalt in Ihrem Garten weiter fördern können.
  • Bienen bevorzugen ungefüllte Blüten, daher Pflanzen mit ungefüllten Blüten pflanzen
  • Anlegen von artenreichen Blumen- und Kräuterwiesen
  • Nistmöglichkeiten für Wildbienen und andere Insekten bereitstellen
  • Blühende Hecken nutzen und erst nach der Blüte einen Formschnitt geben
  • Durchgängiges Blütenangebot vom Frühling bis zum Herbst schaffen


Geeignete Bienennährpflanzen:

  • Bäume: Obstbäume, Weide, Haselnuss, Kornelkirsche, …
  • Sträucher: Wilder Wein, Liguster, Clematis, Rosen (ungefüllt), Fingerstrauch, Kletterhortensien, Falscher Jasmin, Schneeheide, Schlehe, alle Beerensträucher, …
  • Stauden und Zwiebelgewächse: Schneeglöckchen, Krokus, Gänsekresse, Lungenkraut, Bärlauch, Steinkraut, Vergissmeinnicht, Goldnessel, Fetthenne, Salbei, Ziermohn, Kugeldistel, Sonnenhut, …
  • Kräuter: Thymian, Lavendel, Salbei, …
  • Blumen: Goldmohn, Cosmea, Beinwell, Malve, Katzenminze, Phacelia, Tagetes, Kornblume, Sonnenblume, Senf, Mohn, Ringelblume, Buchweizen, …


Weitere Maßnahmen:

  • Der Zitronenfalter benötigt den Faulbaum (Rhamnus frangula) oder den Kreuzdorn (Rhamnus cathartica), die Wollbiene benötigt den Ziest (Stachys nonnieri)
  • Die Glockenblumen-Scherenbiene benötigen die Glockenblume und zur Überwinterung und Vermehrung einen Holzhaufen
  • Zauneidechsen benötigen ein Winterquartier aus Sand/Steinen, einen Totholzhaufen
  • Der Distelfink benötigt alte Blütenstände von Stauden
  • Die Weidenmeise benötigt den Gewöhnlichen Hohlzahn (Galeopsis tetrahit)


Jetzt haben Sie eine große Auswahl an Möglichkeiten, um die Flora und Fauna im eigenen Garten zu fördern Überreden Sie auch Ihren Gartennachbarn hierzu. Machen Sie etwas aus der Natur, für unsere Natur.


Sven Wachtmann, Vorstandsmitglied für Fachberatung

Landesverband Berlin der Gartenfreunde e. V.

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