Tipps für den Garten
zurück zur Übersicht

Dieser Beitrag wurde verfasst von:

F├╝r den Inhalt dieses Beitrags ist ausschlie├člich der Verfasser verantwortlich.

Zum Beitrag des Verfassers
Verfasst am 30.05.2017 um 10:08 Uhr

Garten: Wie baue ich eine Kompostanlage auf?

Ellen Müller, Fachberaterin der Berliner Gartenfreunde, beantwortet Leserfragen in der Berliner Morgenpost zum Thema Garten und Balkon ...


Foto: Sven Wachtmann

20. Mai: Ich übernehme jetzt den Kleingarten meiner Mutter und möchte dort gern eine kleine Kompostanlage aufbauen – am liebsten nur mit ein paar Brettern. Wie wird das am besten gemacht und welche Garten- und Haushaltsabfälle kann ich dort wie entsorgen?



Einen Kompostplatz sollte man an einer schattigen bis halbschattigen Stelle im Garten anlegen. Er braucht einen geschützten Platz und muss gut erreichbar liegen, so dass man gut daran arbeiten kann. Hier muss man sich mit einer Schubkarre oder einem Kompostsieb problemlos bewegen können. Er gehört an eine Stelle, an der er über Jahre seinen festen Platz hat. Er braucht unbedingt direkten Bodenkontakt, damit Regenwürmer und Bodenorganismen ungehindert einwandern können. Nur so kann eine Kompostierung des Pflanzenmaterials stattfinden. Denn diese Kleinstlebewesen „setzen den Kompost um“. Sie verdauen das aufgeschichtete Material und liefern die fertige Komposterde, die auch gerne das „Gold des Gärtners“ genannt wird.


Es gibt viele Varianten von Kompostbehältern. Günstig, auch preislich, sind Stecksysteme aus Holzlatten. Sie haben eine Grundfläche von einem Quadratmeter. Im Garten fällt das ganze Jahr über Pflanzenmaterial an. Grobes wie Äste, Heckenschnitt etc. sollte erst gehäckselt werden. Eine solche grobe Schicht kommt ganz unten in den Kompostbehälter. Sie wirkt wie eine Drainage. Hierauf kann alles, was bei der Gartenarbeit anfällt: Schnittgut, Rasenschnitt, Laub, Unkraut, aber keine Samen- und Wurzelunkräuter. Fallobst kann mittenrein in den Kompost. Die Regenwürmer verdauen Faules. Pilzbefall wird unschädlich gemacht. Küchenabfälle können auch auf den Kompost. Regenwürmer lieben Kaffeesatz! Aber bitte keine gekochten Essensreste auf den Kompost geben. Die gehören in den Restmüll. Damit zieht man nur Ungeziefer an. Auch Grillasche gehört nicht auf den Kompost.


Der Kompost braucht Luft, Wärme und Wasser, damit die Regenwürmer, Springschwänze, Asseln und die unzähligen Mikroorganismen arbeiten können. Das Material wird abwechselnd locker aufgeschichtet. Trockenes, Feuchtes und zwischendrin immer mal eine Lage Gartenerde. Je kleiner das Material geschnitten oder gehäckselt wird, desto schneller geschieht die Umsetzung. Bei Trockenheit bitte gießen, damit die fleißigen Tierchen sich nicht zurückziehen. Als Regenschutz eignet sich eine braune, unbedruckte Pappe. Regenwürmer stehen auf braune Pappe!


Noch eine Bemerkung zum Unkraut: die Samenunkräuter lieber über den Restmüll entsorgen. Aus Wurzelunkräutern kann man eine Düngerjauche ansetzen.



Ellen Müller

Mitglied der Kommission Gartenfachberatung des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde e.V. und 

Bezirksgartenfachberaterin im Bezirksverband Pankow der Gartenfreunde e.V.

in der Ausgabe Berliner Morgenpost vom 20. Mai 2017